PRO SENIORE

  • Probieren geht über Studieren

    Kann ich mir eine ambulante Pflege überhaupt leisten? Was bezahlen die Krankenkassen?
    Der erste Schritt: einen ambulanten Pflegedienst in der Nähe aussuchen. Dazu gibt es Hilfen im Internet, z.B. den AOK Pflege-Navigator. Dort erfährt man auch die jeweiligen Leistungen und Kosten. Auch die Krankenkasse gibt Auskunft über die angebotenen Leistungen. Ist die eigene Einkommenssituation mit den Kosten überfordert, so sind die Kinder in einem gesetzlich geregelten Umfang zur Mithilfe verpflichtet. Es empfiehlt sich dazu einen Rechtsbeistand zu suchen, der mithilft, die Zahlungen zu begrenzen. Wenn diese Möglichkeiten ausgereizt sind, muss die Gemeinde oder der Landkreis finanziell mithelfen. Die notwendige Pflegeleistung ist also auch bei niedrigem Einkommen gewährleistet.

    Wann hat man das „richtige“ Alter für ein Seniorenheim?
    Die Mehrzahl älterer Menschen wird kein Seniorenheim benötigen. Wer aufgrund von Einsamkeit oder Pflegebedarf sich in der Gemeinschaft eines Seniorenheims sicherer und wohler fühlt, dem sei empfohlen, sich in Ruhe und ohne Zeitdruck umzuschauen, Freunde und Verwandte zu befragen und Seniorenheime zu besuchen. Es kann zudem hilfreich sein, für ein oder zwei Wochen zur Probe zu wohnen. Klug wäre eine rechtzeitige Beschäftigung mit diesem Thema, um nicht im Notfall zu wenige Entscheidungsalternativen zu haben.

    Wie finde ich heraus, welche Wohnform für mich die richtige ist?
    Probieren geht über Studieren. Je mehr praktische Wohnformen man kennen lernt, umso sicherer wird die Entscheidung für die richtige Lösung sein. Eine allgemein „richtige“ Empfehlung gibt es nicht, da jeder Mensch eine eigene ausgeprägte Persönlichkeit hat, mit eigenen Wünschen, eigenem Lebensstil, eigenen Hobbies…
    Und die Wohnform, die dazu den größten Spielraum ermöglicht, ist die richtige.

    Was darf ich mir unter beschützenden und betreuenden Wohngruppen vorstellen?
    Beschützende Wohngruppen können Einrichtungen sein, in denen sich körperlich behinderte Menschen und Menschen mit Demenz gegenseitig helfen. Oft haben Menschen im Anfangsstadium der Demenz volle körperliche Funktionsfähigkeiten und sind auch dialogfähig. Sie können Menschen mit körperlichen Einschränkungen wertvolle Hilfe leisten – und diese umgekehrt auch. Selbstverständlich müssen diese Gruppen fachlich assistiert werden. Betreute Wohngruppen bestehen ebenfalls aus Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen, die mit Hilfe von Fachkräften, freiwilligen Helfenden, Verwandten und Freunden eine Steigerung ihrer Lebensqualität erreichen.

    Gibt es aktuelle Trends im Bereich Wohnen und Pflege im Alter?
    In den vergangenen Jahren haben sich viele Versuche ergeben, die zu hoffnungsvollen Ansätzen führen. Darunter gibt es solche, die neben der personellen Unterstützung ausprobieren, welche technischen Assistenzsysteme die Lebensbedingungen im Alter verbessern können. Das sind Systeme der häuslichen Sicherheit, der verbesserten Kommunikation mit Verwandten, Freunden und Nachbarn, der automatischen Assistenz bei Krankheit und Unfall…
    Hoffnungsvoll sind Projekte, die die Nachbarschaft, die Gemeinde, die Kirchen, die Vereine, die Kindergärten und Schulen der unmittelbaren Umgebung in ein Gemeinschaftsleben einbeziehen.
    Die Aufgabenstellung für stationäre Einrichtungen der Altenpflege ändert sich: Sie öffnen sich mehr für das Zusammenleben mit Menschen, die in ihren eigenen Wohnungen bleiben, aber die Gemeinschaft mit den Bewohnern der Seniorenheime und die dort angebotenen Dienstleistungen nutzen wollen.

    INFO: Pro Seniore Consulting + Conception für Senioreneinrichtungen AG, Malstatter Markt 11-13, 66115 Saarbrücken, Tel: 01801/84 85 86 (3,9 ct/min a.d.dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 ct/min)
    www.pro-seniore.de

    Foto: Hajo Hoffmann