Caritas

  • Die Angebote und Wohnformen entwickeln sich in die unterschiedlichsten Richtungen

    Kann ich mir eine ambulante Pflege überhaupt leisten? Was bezahlen die Krankenkassen?
    Damit jeder Pflegebedürftige die Leistungen bekommt, die er braucht, um im Alltag möglichst selbstständig zu bleiben, wird bei einem Erstgespräch der individuelle Bedarf ermittelt. Dabei wird auch erklärt, welche Kosten anfallen. Je nach Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse einen gewissen Anteil der entstehenden Kosten. Überschreiten diese Kosten den gesetzlich geregelten Höchstbetrag für die ambulante Pflege und Betreuung, so sind die nicht abgedeckten Kosten vom Pflegebedürftigen selbst zu tragen. Ist dies aus finanziellen Gründen jedoch nicht möglich, besteht gegebenenfalls ein Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe zur Abdeckung der Pflegekosten. Auch bei der Klärung dieser Ansprüche ist die Caritas behilflich.

    Wann hat man das „richtige“ Alter für ein Seniorenheim?
    Es gibt kein richtiges oder falsches Alter für den Umzug ins Senioren- oder Pflegeheim. Derzeit liegt das Durchschnittsalter in unseren Einrichtungen bei 86 Jahren. Ausschlaggebend für einen Einzug ist die individuelle Lebenssituation des einzelnen Menschen. Ein Alten- und Pflegeheim für ältere Menschen oder für Menschen mit Pflegebedarf kann das richtige Angebot sein, wenn es einen höheren Pflegebedarf gibt, den Angehörige nicht (mehr) leisten können, wenn man in einer Einrichtung mit anderen Menschen in Kontakt kommen will oder wenn eine demenzielle Erkrankung voranschreitet.

    Wie finde ich heraus, welche Wohnform für mich die richtige ist?
    Die Angebotspalette ist sehr vielfältig. Das ist einerseits gut, weil damit die unterschiedlichsten Bedürfnisse der älteren Menschen abgedeckt werden können. Andererseits ist es schwierig, einen Überblick zu bekommen, denn auch die Finanzierung der Angebote und die Beteiligung der Pflegekassen an den Kosten sind sehr unterschiedlich. Wichtig ist es, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und sich verschiedene Einrichtungen anzuschauen. Auch bei den Altenheimen gibt es große Unterschiede. Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle, hier liegt die Caritas in der Regel im oberen Segment, was aber auch wichtige und nachvollziehbare Gründe hat. Wir haben einen Tarifvertrag, der unsere Mitarbeiter gut entlohnt. Darüber hinaus schöpfen wir die Möglichkeiten, die uns von den Rahmenbedingungen der Kostenträger vorgegeben sind vollständig aus. Das heißt, wir statten unsere Einrichtungen mit dem maximal möglichen Personal aus.

    Was darf ich mir unter beschützenden und betreuenden Wohngruppen vorstellen?
    Wir haben in einigen unserer Altenheime beschützende Wohnbereiche. Diese Angebotsform richtet sich an Menschen mit einer demenziellen Erkrankung, bei denen eine Weglaufgefährdung vorliegt. Das heißt, hier muss ein richterlicher Beschluss vorliegen, dass eine solche Wohnform unbedingt notwendig ist, weil der Bewohner sonst gefährdet wäre. Die Wohnbereiche können von den Bewohnern selbständig nicht verlassen werden. In den meisten Fällen kann jedoch durch eine optimale Betreuung und zusätzliche technische Lösungen, wie z.B. ein Armband, das bei Verlassen des Wohnbereiches die Mitarbeiter informiert, ein Einzug in einen beschützenden Bereich vermieden werden.

    Gibt es aktuelle Trends im Bereich Wohnen und Pflege im Alter?
    Die Angebote und Wohnformen entwickeln sich in die unterschiedlichsten Richtungen. Die Alten- und Pflegeheime, die wir heute betreiben, haben kontinuierlich Anpassungen an neue Anforderungen vorgenommen. Vielfach besteht in der Bevölkerung ein veraltetes Bild, wie das Leben und Wohnen in einer Pflegeeinrichtung abläuft. Trotz der eng regulierten Vorgaben, die der Gesetzgeber vorgibt, stehen die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner an erster Stelle.

    INFO: Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V., Hirtenstraße 2 – 4, 80335 München, Telefon: 089/55 16 97 30, www.caritasmuenchen.de

    Foto: Thomas Klinger