Brigitte Huber – Brigitte WIR

WIR sind viele

Chefredakteurin Brigitte Huber über die Philosophie hinter der Frauenzeitschrift „Brigitte WIR“.

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Wie kam es zum Namen „Brigitte Wir“, den man ja nicht sofort mit der dritten Lebenshälfte assoziiert?
WIR klingt selbstbewusst und gleichzeitig emotional. WIR sind viele, WIR werden immer mehr und WIR wollen das Prinzip der Gemeinschaft, der Solidarität stärken.

Wieso haben Frauen ab 60 Solidarität durch ein eigenes Magazin nötig?
Weil es bislang kein Magazin gibt, das die Lebenswirklichkeit dieser Generation umfassend spiegelt. WIR gibt der Generation 60plus eine Stimme. Es ist doch paradox, dass die Altersgruppe zwar ständig wächst, in unserer Gesellschaft aber eher an den Rand gedrängt wird.

Was stört Sie am meisten am Bild älterer Frauen in der Gesellschaft?
??????????????????????? Ich ärgere mich immer wieder, wenn Menschen ab einem gewissen Alter nicht mehr für voll genommen und beispielsweise als „Omi“ oder „Opi“ tituliert werden. Das hat für mich etwas Entmündigendes und Entwürdigendes.

Sie haben keine Scheu, das Alter ständig zu thematisieren. Normalerweise hören das Frauen nicht so gern. Wie schaffen Sie es, die Leserinnen trotzdem bei der Stange zu halten?
Einfühlsamkeit in die Protagonisten einer Geschichte, das Wichtignehmen von Lebenserfahrung. Und: Dinge müssen ausgesprochen und dürfen nicht schön geredet werden. Es gibt im Alter z.B. Krankheiten, über die man nicht spricht – normalerweise. Wir sprechen darüber, gerne auch provokant und mit einem Schuss Humor. BRIGITTE WIR hat sich schließlich auf die Fahnen geschrieben, Tabus zu brechen.

Foto: Gruner + Jahr