Testamentserstellung

Wichtige Formalien, die bei der Errichtung eines Testaments beachtet werden sollten

Wer ein Testament errichten möchte, muss sich an einige zwingende formale Vorgaben halten, um zu vermeiden, dass es ungültig ist.

Das gesamte Testament muss vollständig handschriftlich und eigenhändig verfasst sein. Maschinen- oder computergeschriebene Teile oder Zusätze sind von vorneherein vollständig nichtig.
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Jedes Testament muss unterschrieben sein. Nicht unterschriebene Testamente sind ebenfalls nichtig.

Wenn Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner ein gemeinschaftliches Testament verfassen wollen, genügt es, wenn einer der Ehegatten das Testament vollständig handschriftlich schreibt und unterschreibt. Der andere Partner muss dann noch die Worte „dies ist auch mein Wille“ dazusetzen und ebenfalls unterschreiben.

Ein Datum ist für die Gültigkeit des Testaments nicht zwingend erforderlich. Es empfiehlt sich jedoch dringend, das Testament zu datieren, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden: Wenn ein Erblasser mehrere Testamente verfasst hat, gilt dasjenige Testament, dass er als letztes verfasst hat. Um nach dem Tod des Erblassers die Reihenfolge der Testamente korrekt ermitteln zu können, ist ein Datum beinahe unverzichtbar. Anderenfalls müssen die Erben langwierige und teure Verfahren durchführen, um nachweisen zu können, welches Testament als letztes verfasst wurde.

Wichtig ist auch, sich gut zu überlegen, wo ein Testament aufbewahrt werden soll. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass ein Testament nach dem Tod des Erblassers auch von einer Person gefunden werden könnte, die sich durch das Testament benachteiligt fühlt. Es besteht dann die Gefahr, dass diese Person das Testament vernichtet.
Das Testament sollte auf gar keinen Fall im Banksafe aufbewahrt werden, denn die Bank gewährt nur dem Erben Zugang zum Safe. Wer Erbe geworden ist, ergibt sich allerdings erst aus dem Testament, das im Safe verschlossen liegt, so dass in diesem Fall durch das Nachlassgericht ein (kostenpflichtiger) Nachlasspfleger bestellt werden würde.
Es empfiehlt sich daher, das Testament in amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht zu geben. Dies kostet einmalig 75 €; das Testament ist dann ohne zeitliche Begrenzung sicher verwahrt. Wenn der Erblasser verstirbt, informiert das zuständige Standesamt das zentrale Testamentsregister in Berlin, das dann wiederum das Nachlassgericht, bei dem das Testament verwahrt liegt, in Kenntnis setzt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Testament in jedem Fall wirksam wird und der Erblasser alle seine Wünsche durchsetzen kann.

INFO: Rechtsanwalt Markus Rainer, www.kanzlei-rainer.de

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