Sozialservice-Gesellschaft des BRK

  • Dialog der Kulturen

    Die Stadt München und die Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes kooperieren beim Projekt „Interkulturelle Öffnung der stationären Altenpflege“.

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    Das Thema ist aktueller denn je. Die Zahl der pflegebedürftigen Migrantinnen und Migranten wird in den kommenden Jahren stetig steigen. Der Münchner Stadtrat hat daher eine Rahmenkonzeption beschlossen, um die interkulturelle Öffnung in ambulanten, teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen zu fördern, unter anderem mit dem Projekt „Interkulturelle Öffnung der stationären Altenpflege“. Die Münchner Einrichtungen der Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes Seniorenwohnen Pasing-Westkreuz und Seniorenwohnen Kieferngarten sehen sich für die zukünftigen Anforderungen gut gerüstet. „Im Augenblick ist in unseren Einrichtungen der Anteil der Bewohner, die nichtchristlichen Religionen angehören, relativ gering. Aber ich schätze, dass sich dieses Verhältnis spätestens in fünf bis zehn Jahren ändern wird,“ erklärt dazu Christiane Igl, Einrichtungsleiterin im Seniorenwohnen Kieferngarten. Sie eröffnete zusammen mit Philip Egbune Ende August die Ausstellung „Dialogtüren“, die eine Woche darauf im Seniorenwohnen Pasing-Westkreuz gezeigt wurde. Bild_SSG_BRK_2_900_600
    Philip Egbune, der Diplomsozialwirt mit nigerianischen und russischen Wurzeln, leitet das Projekt „Interkulturelle Öffnung der stationären Altenpflege“. Er erklärte in seiner Einleitung, dass fünf Türen die Grundthemen des religiösen Dialogs zeigen, etwa persönliche und offizielle Positionen, aber auch Beispiele der jeweiligen Gebetspraxis: „Die Beispiele sollen den Besuchern unterschiedliche Zugänge zum Thema eröffnen.“ Dazu dient auch eine Hörsäule, an der man Lieder, Interviews, Gebete unterschiedlicher Religionen und Zitate anhören kann. Den Abschluss bildet ein Schreibpult, mit der Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit anderen Religionen zu Papier zu bringen. An der Ausstellungseröffnung nahmen Pater Aleksander von der katholischen Altenheimseelsorge München, der Evangelische Pfarrer i.R. Gerhard Heinz, Rabiner Steven Langnas und Habit Turan vom Muslimrat München teil. Eine wichtige Erkenntnis des Zusammentreffens: Das Gespräch sei eine gegenseitige Bereicherung, so erleben die Vertreter es selbst während gemeinsamer Friedensgebete, bei interkulturellen Musikfesten oder auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Vorurteile oder gar Ablehnung resultieren vor allem aus Unkenntnis und fehlendem unmittelbaren Kontakt mit den jeweils anderen Religionen. Bild_SSG_BRK_3_900_600
    Aus diesem Grund pflegt Christiane Igl Kontakte wie zum Beispiel zum türkischislamischen Verein. „Wir veranstalteten zuletzt einen türkischen Nachmittag mit Musik, Essen und Trinken und informativen Filmen. Wir haben auch mit einigen unserer Bewohner schon eine Moschee in München besucht. Für uns im Seniorenwohnen ist der Dialog der Kulturen eigentlich schon längst Alltag und Standard. Immerhin haben wir Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen. Und die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.“ Natürlich gibt es auch hin und wieder Probleme, wie z.B. bei der Gleichberechtigung der Geschlechter und in der Kommunikation mit den Familien. Aber darin sehen Christiane Igl und ihre Kollegen alles andere als unüberwindbare kulturelle Barrieren.
    INFO: Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes GmbH, Hauptverwaltung, Hofmannstraße 54, 81379 München, Tel. 089/613 04 70, www.seniorenwohnen.brk.de

    Foto: Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes GmbH