BRK Seniorenwohnen Kieferngarten

  • Eine Institution feiert Jubiläum


    Das BRK Seniorenwohnen Kieferngarten feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Offiziell weihte Alfons Goppel als bayerischer Ministerpräsident und BRK-Präsident am 4. November 1976 den Kieferngarten ein. In den nachfolgenden Jahren entstanden das Pflegeheim, das Verwaltungsgebäude, der Konzert- und Theatersaal sowie die Wohnungen für das Personal. Statt Baustellenschutt laden heutzutage drum herum viele Gehwege, bunte Beete, Bäume und das Kleintiergehege zum Spazierengehen ein.

    Das Seniorenwohnen Kieferngarten ist heute eine beliebte Einrichtung in der bayerischen Landeshauptstadt, ruhig gelegen am Stadtrand, aber mit allen wichtigen Versorgungsmöglichkeiten sowie mit der U-Bahn direkt vor dem Haus, im Minutentakt mit dem Leben der Metropole verbunden. Das war nicht immer so. Heidrun Sieber begann 1975 als Hauswirtschaftsleiterin des Kieferngartens zu arbeiten. „Da gab es weder Küche noch Speisesaal“, erinnert sich die 72-Jährige – inzwischen selbst eine der 600 Bewohnerinnen und Bewohner. Denn der Start des Seniorenwohnens war mehr als holprig: Während die ganze Welt 1972 gebannt auf die Olympischen Spiele in München blickte, meldete Bauunternehmer Georg Hubmann Konkurs an. „Zum Glück hat damals das Bayerische Rote Kreuz die Trägerschaft übernommen“, freut sich Heidrun Sieber noch heute. Nach mehr als 40 Jahren im Kieferngarten packt die Rentnerin immer noch gerne mit an. Mittlerweile arbeitet sie ehrenamtlich im Bewohner-Cafe: „Durch den freundschaftlichen Umgang miteinander bereitet mir die Arbeit hier einfach Freude.“ „Das Besondere am Kieferngarten ist die familiäre Atmosphäre“, stimmt Wolfgang Scherf zu. Der Sozialpädagoge arbeitet seit 1984 im Kieferngarten und hat das Betreuungsangebot aufgebaut. Neben den großen Konzerten, den Theaterstücken und Festen, steht interessierten Bewohnern mittlerweile eine Art kleines Volkshochschulangebot zur Auswahl: Egal ob Bastel-, Sprach- oder Häkelkurs, Stammtisch oder Sportgruppe, wer Anschluss sucht, findet hier Gleichgesinnte. „Mitmachen und teilnehmen ist alles, auch wenn es manchmal schwierig ist, die Bewohner zu mobilisieren“ erklärt Wolfgang Scherf. „Am meisten freuen sich die Menschen, wenn sie aktiv und selbstständig mitwirken können. Und sei es nur die Mithilfe bei der Bemalung von Theaterkulissen. Gerade ältere Menschen schätzen das Gefühl, gebraucht zu werden und zur Gemeinschaft zu gehören.“

    Was sich auch im Kieferngarten mittlerweile sehr geändert hat: Die Bewohner werden älter. Noch in den 1970-ern lag das Einzugsalter von Senioren bei rund 70 Jahren. Pflegebedürftig waren die Wenigsten. Heute sind Interessenten meistens älter als 83 Jahre. Viele davon haben einen erhöhten Pflegebedarf. Aus diesem Grund führte der Kieferngarten einen ambulanten Pflegedienst ein, der auch im Notfall schnell in den Wohnungen vor Ort ist. Aber die Therapeuten und Betreuungsassistenten lassen sich immer wieder Neues einfallen, um auch die rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegebereichs am sozialen Leben teilhaben zu lassen.
    INFO: BRK Seniorenwohnen Kieferngarten, Bauernfeindstr. 15, 80939 München, Tel. 089/323 00 30, www.seniorenwohnen.brk.de

    Fotos: Sozialservice-Gesellschaft des BRK