Haustiere im Seniorenheim

  • Tiere erobern Seniorenheime

    Immer mehr Altenheime integrieren Hunde, Katzen, Vögel oder Fische in die Betreuung alter und kranker Menschen –mit äußerst positiven Effekten. Heimleiter, Wissenschaftler und Seniorenverbände plädieren deshalb für mehr Einsatz von Tieren.
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    Sie hören zu, sie lassen sich streicheln, sie geben dem Alltag Struktur: Heimtiere, wie Vögel, Hunde, Katzen oder Kaninchen im wissenschaftlichen Kontext bezeichnet werden, erfüllen in deutschen Senioreneinrichtungen zunehmend wichtige Aufgaben. In Zeiten von demografischem Wandel und einem Mangel an Pflegekräften erkennen immer mehr Leiter von Seniorenheimen den Wert tierischer Gesellschaft für die betagten Bewohner. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Sozialforschungsinstituts ISIS für die Mars Heimtier-Studie 2013, an der 486 Einrichtungen bundesweit teilnahmen. Demnach erlauben 87 Prozent der befragten Seniorenheime die Haltung eigener Tiere.

    Jede zweite der befragten Institutionen (51 Prozent) gab an, dass die Bewohner die Erlaubnis zur Tierhaltung begrüßen und ihre Räume mit Heimtieren teilen. Allen voran wurden Vögel genannt, aber auch Katzen, Hunde, Fische und Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen hellen den Alltag der Senioren auf.
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    Die Heimleiter nannten größtenteils positive Effekte durch die Tierhaltung: Gesteigerte Zufriedenheit, Lebensfreude, Mobilität, ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein, mehr Kommunikationsbereitschaft und Erinnerungsvermögen sowie das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Beim Einzug ins Heim könne ein vertrautes Tier zudem die Eingewöhnung erleichtern. „Für ältere Menschen hat es einen enormen Stellenwert, das Liebste, was ihnen geblieben ist, von Zuhause mitbringen zu können“. Besonders auf demenzkranke Bewohner wirke das Streicheln, aber auch die reine Anwesenheit von Tieren beruhigend.

    Heimleiter und Seniorenverbände plädieren für mehr Einsatz von Tieren
    Aufgrund dieser wissenschaftlichen Ergebnisse und positiver Erfahrungen mit Heimtieren von Bewohnern gehen immer mehr Senioreneinrichtungen dazu über, selbst Tiere zu halten (57 Prozent), Tierbesuchsdienste zu organisieren (46 Prozent) oder den Mitarbeitern das Mitbringen von Hunden zu gestatten (76 Prozent) – auch dabei legte der Trend in den vergangenen zehn Jahren deutlich zu. „Manche Bewohner strahlen im Kontakt mit Tieren eine große und ungewohnte Lebendigkeit aus“, begründet ein Heimleiter die Entscheidung, einen wöchentlichen Besuchsdienst mit Hunden zu erlauben.

    INFO: Mars GmbH, Eitzer Str. 215, 27283 Verden, www.mars-heimtier-studie.de

    Foto: Mars