Inklusiver Wanderweg Allgäu

  • Neuer Walderlebnisweg im Allgäu

    Erster Allgäuer Wanderweg mit innovativem Service für sehbehinderte Menschen

    Ein neuer Walderlebnisweg widmet sich in Fischen im Oberallgäu den Besonderheiten des Auwaldes an der Iller. Erlebnisweg_1_Fischen2├é┬®TourismusH├Ârnerd├Ârfer_900_600 Auf vier Kilometern führt der Weg „Die 12 Fischinger Tore“ vom Kurpark bis zum Illerursprung und vermittelt dabei auf zeitgemäße Weise, wie sich Menschen, Tiere und Pflanzen den vielfältigen Lebensraum gemeinsam teilen. Die Informationsstellen gleichen einer Säule, die in der Mitte auseinandergeschnitten ist, eine architektonische Einladung, in die Schnittstelle einzutreten, um das Innenleben des Auwaldes zu entdecken. Die Außenseite der Säulen stellt eine Baumrinde dar, die Innenseite erinnert an den Nagelfluh, das prägende Gestein der umliegenden Hörnerberge.
    Zwölf Stationen geben einen Einblick in die Geschichte und die Bedeutung der Tier- und Pflanzenwelt, in unterschiedliche Waldformen, ökologische Abläufe sowie den Hochwasserschutz. Zusätzlich sind Besonderheiten markiert, etwa das Alpenarboretum mit 38 heimischen Baum- und Straucharten sowie der Jungwald unter Obhut der Fischinger Schüler.

    Für sehbehinderte Menschen bietet der Erlebnisweg einen innovativen Service. Mittels der Vorlesefunktion von Smartphones, der barrierefreien App „Gastfreund“ und so genannten QR-Code können sich Sehbehinderte die Informationen an den Hinweistafeln vorlesen lassen. Laut dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) ist das Angebot auf Wanderwegen im Allgäu bisher einzigartig. Zusätzlich wurde auf eine sehbehindertengerechte Gestaltung des Erlebnisweges geachtet, etwa bei der Schriftgröße der Informationstexte oder der auffälligen Bodenbeschaffenheit an den Informations-Toren, um für eine bessere Orientierung zu sorgen. Erlebnisweg_3_Fischen├é┬®TourismusH├Ârnerd├Ârfer_900_600 Eine Projektgruppe aus Gemeindevertretern, den App-Entwicklern sowie dem BBSB kümmerte sich um die Umsetzung der barrierefreien Elemente. Sehbehinderte Menschen können sich dadurch interessante Informationen über die Natur beschaffen, ohne darauf angewiesen zu sein, dass ihnen jemand die Texte vorliest. Die Nutzung von Smartphones ist unter Sehbehinderten weit verbreitet. Denn moderne Geräte verfügen serienmäßig über eine Vorlesefunktion, bei der eine Computerstimme die angezeigten Inhalte vorliest und die Steuerungstasten vor ihrer Verwendung beschreibt. So können sich auch sehbehinderte Menschen im Internet informieren, E-Mails schreiben oder sich im Alltag über QR- und Barcodes orientieren.
    INFO: Tourismus Hörnerdörfer GmbH, Tel. 08326/364 60 www.hoernerdoerfer.de

    Fotos: Tourismus Hörnerdörfer