Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe besiegen

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Wer kennt das nicht – ein wohliges Strecken im Bett und schon schießt er ein, der Wadenkrampf, der ei­nen schnellstens aufstehen lässt. Dann heißt es, auf die Ferse stellen und den Vorfuß nach oben ziehen, denn die Wade muss gedehnt werden. Auch ein sanftes Massieren der Wade oder einige Schritte gehen sind hilfreich. Sollten die Krämpfe häufig auftauchen, etwa auch im Oberschenkel, können Elektrolyt­störungen die Ursache sein. Man sollte mehrfach am Tag Obst und Gemüse es­sen (Faustregel: 5 Portionen am Tag), um genügend Magnesium aufzuneh­men. Dieses befindet sich in Obst, grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Auch Sesamsamen, Nüsse und Sonnenblumenkerne sind Magnesiumspender. Es empfiehlt sich auch Mineralwasser zu trinken, denn darin finden sich weitaus mehr Elektrolyte als im Leitungswasser. Seltener führt ein Kalziummangel zu Muskel­krämpfen. Dieser müsste auch ärztli­cherseits genauer untersucht werden, denn dahinter könnte sich eine Störung der Nebenschilddrüse verbergen.
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Weitere Hilfen bei häufigen Muskel­krämpfen sind Dehnungen der Bein­muskulatur, am besten 1-2 mal am Tag. Hilfreich sind zudem tägliches Gehen und Krafttraining, zum Beispiel regel­mäßiges Treppensteigen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, dann kann man die Muskeln auch durch Gehen auf der Stelle anregen. Wichtig ist, dass sich die Muskeln nicht verhärten und schwach werden. Schwache Muskeln machen sich etwa darin bemerkbar, dass man aus der Hocke oder von einem niedrigen Stuhl nicht mehr so einfach aufstehen kann. In diesem Fall sollte man den Hausarzt konsultieren, damit er bei Bedarf Physiotherapie zur Kräftigung der Beine verordnet. Wer allerdings viel Sport treibt und im­mer wieder Muskelkrämpfe bekommt, der sollte das Training unter die Lupe nehmen, denn es könnte eventuell zu intensiv oder zu häufig sein. Die Faustregel hierfür heißt, nur mit 60 bis 80 Prozent der maximalen Kraft zu trai­nieren, denn sonst verausgabt sich die Muskulatur zu stark. Es sollte auch eine Pause zwischen den Trainingseinheiten von ein bis zwei Tagen liegen, um nicht während der Regenerationsphase einen Trainingsreiz zu setzen. Die Folge wäre eine Schwächung und keine Leistungs­steigerung.
Vorsicht gilt auch vor zu kalten Tempe­raturen, zum Beispiel wenn man im kal­ten Wasser schwimmt. Wadenkrämpfe können dann früher als sonst auftreten. Dies könnte beim längeren Schwimmen mit Erschöpfung zum Verhängnis wer­den. Deshalb nur so weit schwimmen, wie man sich sicher fühlt oder eine Schwimmhilfe mitnehmen. Aber auch Erkrankungen können Mus­kelkrämpfe auslösen. Sind Beinnerven geschädigt, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall, dann können im betroffenen Bein vermehrt Waden­krämpfe auftreten. Auch bei einer Dia­betischen Neuropathie oder bei Schä­digungen der Nerven durch Alkohol können Muskelkrämpfe auftreten, die dann medikamentös behandelt werden müssen.

Fotos: Fotolia – Sabine Hürdler, Fotolia – NiDerLander