Rheumatoide Arthritis

Wenn die Gelenke rot und entzündet sind

Gesundheit_900_600
Für Rheuma oder medizinisch: Rheumatoide Arthritis (RA) sind angeschwollene Gelenke von mehreren Finger- und Zehengelenken typisch. Es kann zur Rötung und damit auch zu starken Schmerzen dieser Gelenke kommen. Morgens dauert es oft mehrere Stunden, bis sich die Finger wieder normal bewegen lassen. Meistens kommt es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und zu Abgeschlagenheit. Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung. Unbehandelt oder bei unzureichender Behandlung kann sie zu einem fortschreitend-zerstörerischen Verlauf an Gelenken und gelenknahen Strukturen führen. Die Gelenke werden bewegungsunfähig. Nicht selten kommt es deshalb zur Arbeitsunfähigkeit. Auch eine Mitreaktion von Organen, z.B. des Herzens ist möglich. Da die Rheumatoide Arthritis in der Regel chronisch verläuft, bleiben die Patienten in ständiger Behandlung. Die Wissenschaft vermutet, dass etwa die Hälfte bis ein Drittel der Entstehung rheumatischer Erkrankungen durch die Gene bedingt sei. Warum und welche Erbsubstanz eine Rolle spielt, wissen die Rheumatologen erst in Ansätzen. Zudem können Umweltfaktoren wie Rauchen, Feinstaubbelastung und vermutlich auch Infektionen eine RA zum Ausbruch bringen. Dadurch reagiert das Immunsystem überschießend und greift den eigenen Körper an. Eine vitaminreiche Ernährung kann gegen RA hilfreich sein. Wer nur geringe Mengen Vitamin C mit der Nahrung zu sich nimmt, erhöht sein Risiko, eine entzündliche RA zu entwickeln.
Therapeutisch ist das ganze Register der physikalischen Therapieverfahren von Bedeutung:

  • Bei entzündlichem Rheuma mit überwärmten und manchmal geröteten Gelenken ist Kältetherapie sehr hilfreich, z.B. als Umschläge oder mit Hilfe zerstoßener Eiswürfel. Durch die Kälte wird das einströmende Blut gestoppt und die Schwellung geht zurück.
  • Krankengymnastik und Sport sind wichtig, um Gelenke durch bestimmte Bewegungen zu schonen, aber die Beweglichkeit und Kraft zu erhalten.
  • In der Ergotherapie lernen die Patienten Hilfsmittel kennen, um mit wenig Kraft z.B. einen Schlüssel umzudrehen oder eine Kartoffel zu schälen.

Medikamentös helfen die sogenannten Antirheumatika, wie z.B. Diclofenac oder Coxibe, die entzündungshemmend wirken und damit Schmerzen verringern. Hinzu kommen Methotrexat und Cortison-Präparate zur Unterdrückung der überschießenden Immunabwehr. Dabei werden im Verlauf der Therapie möglichst geringe Mengen verabreicht, um Nebenwirkungen nicht entstehen zu lassen. Biologische Medikamente (Biologicals) heißen neuere Substanzen, die gezielt nur ein oder zwei Botenstoffe (TNF alpha oder z.B. Interleukin 6) des Immunsystems ausschalten, da diese die Gelenkinnenhäute zerstören können. Wird TNF alpha inaktiviert, verhindert dies Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Erkrankung. Die Biologicals sind für die Behandlung jener Patienten zugelassen, bei denen Basismedikamente wie Methotrexat, Leflunomid und Sulfasalazin nicht oder nicht ausreichend wirken. Biologische Medikamente sind nicht natürlich, es sind High-Tech-Produkte und kosten in der Regel rund 25.000 Euro im Jahr. Die Entscheidung, welche Behandlung die richtige ist, sollte vom Rheumatologen getroffen werden.

Foto: Fontanis – Fotolia.com