Fibromyalgie

Wenn Muskeln und Sehnen schmerzen…

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Fragen und Antworten zum noch wenig erforschten, aber doch weit verbreiteten Leiden der Fibromyalgie.
Was ist Fibromyalgie?
Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronische, nicht-entzündliche Erkrankung, die sich durch Schmerzen in der Muskulatur und den Sehnenansätzen sowie durch erhöhte Empfindlichkeit an den „Tender-Points“ (Schmerzdruckpunkte) ausdrückt. Der Begriff „Tender-Points“ bezieht sich auf die erhöhte Schmerzempfindlichkeit in genau lokalisierten Bereichen, die sich im Nacken, im Rücken sowie in den Schultern und Hüften befinden. Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, berichten oft auch über Schlafstörungen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit, Kopfschmerzen und einige andere Symptome.
Wie viele Menschen leiden unter Fibromyalgie?
Laut einer US-amerikanischen Studie wurde bei zwei Prozent der Bevölkerung die gesicherte Diagnose Fibromyalgie gestellt. Auf Deutschland bezogen sind dies mindestens 1,6 Millionen Betroffene. Anderen Schätzungen zufolge sollen sogar drei bis fünf Prozent der Bevölkerung betroffen sein. Das Verhältnis Frauen zu Männern liegt bei neun zu eins.
Wodurch wird Fibromyalgie verursacht?
Obwohl die genaue Ursache der Fibromyalgie unbekannt ist, haben Forscher diverse Theorien in Hinsicht auf ihre Entstehung entwickelt. Einige Wissenschaftler glauben, dass Fibromyalgie durch eine Verletzung, Operation oder Infektion ausgelöst wird. Fibromyalgie ist mit großer Wahrscheinlichkeit assoziiert mit Veränderungen im Muskelstoffwechsel, beispielsweise im Sinne einer mangelnden Sauerstoffversorgung, welche Müdigkeit und Schwäche verursacht. Doch auch gestörte Schlafphasen und Veränderungen im Schmerzstoffwechsel wurden bei den betroffenen Patienten festgestellt.
Wie wird Fibromyalgie behandelt?
Die Behandlung der Fibromyalgie erfordert ein umfassendes Behandlungskonzept. Arzt, Physiotherapeut, Psychotherapeut und der Patient selbst spielen dabei eine aktive Rolle. Studien haben gezeigt, dass Aerobic, Schwimmen und Spaziergänge (kein Jogging!) die Fitness verbessern und dadurch Muskelschmerzen und Steifigkeit lindern. Wärme oder Kälte und leichte Massagen haben ebenso einen Kurzzeiteffekt. Antidepressiva dienen dabei eventuell zur Aufhellung der Stimmung, zur Verbesserung des Schlafes und zur Muskelentspannung. Das Leiden der Fibromyalgie-Patienten kann durch eine Kombination aus Bewegungstherapie, Medikamenten, individueller physikalischer Therapie und Entspannungsverfahren gelindert werden. Zur Krankheitsbewältigung ist aber eine gesprächstherapeutische Begleitung oder Verhaltenstherapie notwendig. Einige der Patienten sprechen positiv auf eine Ganzkörper-Kältetherapie (bei -110° C) an, andere auf eine Ganzkörper-Wärmetherapie, z.B. auf der Sandbank oder in der Infrarot-Wärmekabine. Feuchte Kälte- oder Wärmeanwendungen haben sich allerdings als negativ erwiesen. Cortison und sonstige Rheumapräparate sind auch nicht besonders hilfreich. Muskel entspannende Medikamente helfen nur, solange eine Verspannung festzustellen ist. Statt „normalen“ Massagen nützen eher Lymphdrainagen. Auch spezielle Akupunkturpunktbehandlungen können Linderung verschaffen.

INFO:

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V., Selbsthilfegruppe München,
Esebeckstr. 17, 80637 München, Tel. 089/14 90 36 62, www.fibromyalgie-selbsthilfe-muenchen.de

Deutsche Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V., Bonner Platz 1, 80803 München,
Tel. 089/30 95 42, www.rheuma-liga-muenchen.de

Dr. med. Karin Lossau
Ärztin für Physikalische Medizin & Rehabilitation, Briennerstr. 54a, Innenhof/, 1. Stock, 80333 München, Tel. 089/52 01 13 97

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