Triggerpunkte

Triggerpunkte: Was ist das?


Als Triggerpunkte werden kleine Knötchen in den Muskeln bezeichnet. Diese lassen sich bei einer Untersuchung durch den Arzt ertasten. Das Besondere dabei ist, dass diese Muskelverhärtungen nicht unbedingt an der verhärteten Stelle schmerzhaft sind, sondern an anderen Orten zu Schmerzen führen. Deshalb werden oftmals Fehldiagnosen gestellt, denn weder Röntgen- noch Kernspintomographiebilder können Triggerpunkte sichtbar machen. Gefunden wurden diese Zusammenhänge Ende des vergangenen Jahrhunderts von den Ärzten David G. Simons und Janet G. Travell, deren Erkenntnisse leider nach und nach in Vergessenheit geraten.
Triggerpunkte entstehen nicht einfach von alleine. Ursachen können mangelndes Training oder auch Überanstrengung sein. Auch Gelenksarthrosen führen mitunter zu Triggerpunkten in der Muskulatur. Triggerpunktschmerzen werden sehr häufig mit Nervenschmerzen verwechselt. Ein klassisches Beispiel sind Schmerzen entlang des Beines, die irrtümlich auf eine Bandscheibenproblematik zurückgeführt werden. Schmerzausstrahlende Triggerpunkte können ein täuschend ähnliches Schmerzprofil zeigen und sollten, insbesondere vor einer operativen Maßnahme z.B. an der Wirbelsäule, zuvor ausgeschlossen werden. Auch Schmerzen, die entlang des Armes ziehen, sind nicht immer Nervenschmerzen, ausgelöst durch Veränderungen der Halswirbelsäule, sondern stammen mitunter von Triggerpunkten im Schulterbereich. Viele Operationen könnten dem Patienten bei einer richtigen Diagnose erspart bleiben.
Die Therapiemöglichkeiten dieser Triggerpunkte sind vielfältig. Simons und Travell entwickelten die Therapie „Spray and Stretch“, d.h. es wird die betroffene Muskulatur nach einer lokalen Kälteanwendung mittels Kältespray gezielt gedehnt. Das ist lediglich eine Behandlungsoption von vielen. Massagebehandlungen wie die Zirkelung von Triggerpunkten führen zur Linderung der Schmerzen, aber auch eine besondere Art der Kurzakupunktur mit dem Namen „dry needling“ kann angewendet werden. Dabei wird der Triggerpunkt mit einer Akupunkturnadel schnell hintereinander behandelt, bis ein sogenannter „local twitch“ entsteht, der als „Entladung“ empfunden wird. Der Triggerpunkt ist anschließend entweder sehr weich oder nicht mehr tastbar. In seltenen Fällen ist die Behandlung eines Triggerpunktes durch die Injektion mit einem Lokalanästhetikum sinnvoll. Auch apparative Verfahren wie Ultraschall- und Stoßwellentherapie sind gängige Therapiemöglichkeiten.
Die alleinige Behandlung der Triggerpunkte führt allerdings nur selten zu einer dauerhaften Beschwerdebesserung, wenn die zugrundeliegende Ursache für die Entstehung der Triggerpunkte nicht mitbehandelt wird. Das heißt, um beim obigen Beispiel zu bleiben, werden Empfehlungen für ein dauerhaftes, regelmäßiges Training der Muskulatur ausgesprochen oder das dazugehörige arthrotische Gelenk physiotherapeutisch mitbehandelt.
Wenn jedoch die Ursache des Triggerpunktes übersehen und dementsprechend nicht adäquat behandelt wird, kann die ursprüngliche Störung weiter bestehen und den Triggerpunkt sogar erneut bilden. Dann kommt der Schmerz zurück.

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