Polymyalgia rheumatica

Was ist Polymyalgia rheumatica?

Die Erkrankung, abgekürzt PMR, beginnt plötzlich mit starken Schmerzen in der Schulterregion und im Hüftbereich. Die Arme können nicht mehr angehoben werden und das Anziehen, Zähneputzen sowie Kämmen sind dadurch oft sehr schmerzhaft behindert. Es fühlt sich alles wie wund an. Schmerzen der Oberschenkelmuskulatur führen zum erschwerten Aufstehen aus dem Sitzen sowie Auf- und Abwärtsgehen von Treppen. Typisch ist zusätzlich ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Ausgeprägte Schläfen-Kopfschmerzen, verdickte und überempfindliche Schläfenarterien und Sehstörungen sind Anzeichen für eine gleichzeitig vorliegende Arteriitis temporalis, eine Entzündung der Schläfenarterie. Die PMR tritt erst im fortgeschrittenen Lebensalter, das heißt ab 65 Jahre auf. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Ärztlicherseits erfolgt eine Untersuchung auf Entzündungszeichen im Blut (Blutsenkung, CRP, Elektrophorese). Sind diese deutlich verändert, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine PMR handelt. Das sehr schnelle Ansprechen auf Cortison bestätigt dann die Verdachtsdiagnose, enthebt den Arzt oder die Ärztin aber nicht davon, gleichzeitig nach anderen möglichen Ursachen zu suchen, die der Grund für eine ähnliche Symptomatik sein können, vor allem Tumorerkrankungen und unerkannte Infektionen. Bei einer Arteriitis temporalis kann man mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung an der Schläfenarterie die Verdachtsdiagnose bestätigen.

Auch wenn Cortison weder bei Patienten noch bei Ärzten in der langfristigen Anwendung beliebt ist, ist die Gabe von Cortison bei dieser Erkrankung außerordentlich gut und sehr schnell wirksam. Bei der einfachen PMR muss das Cortison nicht so hoch dosiert werden wie bei der Arteriitis temporalis, da durch die Entzündung der Schläfenarterie eine Erblindung eintreten kann. Wenn man auf Dauer zu hohe Dosen von Cortison benötigt, um ein Wiederauftreten von Entzündungszeichen zu verhindern, können auch andere Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, ergänzend gegeben werden.

Die Prognose der PMR ist insgesamt gut und heilt bei den meisten Patienten vollständig aus. Oftmals reicht eine niedrig dosierte, aber ausreichend lange, das heißt mindestens ein Jahr gegebene Cortison-Therapie aus, um langfristig eine Heilung herbeizuführen. Nebenwirkungen dieser langen Cortison-Gabe sind aber weitere Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Osteoporose sowie grüner und grauer Star, um nur einige zu nennen. Die Gefahr der Erblindung eines Auges bei einer Arteriitis temporalis kann durch rasche Einleitung einer ausreichend hohen Cortison-Therapie vermieden werden. Deshalb gehört ein Patient mit dieser Erkrankung immer in ärztliche Behandlung. Bei einer Normalisierung der Entzündungszeichen ist diese Komplikation im Allgemeinen nicht mehr zu befürchten.

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