Schmerzmittel

Was man über frei verkäufliche Schmerzmittel wissen sollte



Gelegentliche Kopf- und Rückenschmerzen lassen einen schon mal zur Schmerztablette greifen. Wer sitzt schon gerne jedes Mal im überfüllten Wartezimmer eines Arztes. Man holt sich doch einfach Schmerzmittel aus der Apotheke. Schmerzmittel zählen laut Stiftung Warentest zu den Bestsellern in deutschen Apotheken. Es gibt sehr viele frei verkäufliche Schmerzmittel, die sich aus wenigen Inhaltsstoffen in unterschiedlichen Konzentrationen zusammensetzen. Damit wird es unübersichtlich für den Verbraucher. Wichtig ist es für den Konsumenten, die Bestandteile des Medikamentes zu lesen, denn dann erkennt man sehr schnell, dass sich diese oftmals wiederholen. Die wichtigsten Wirkstoffe und ihre mögliche Nebenwirkungen finden sich im Folgenden.

Fünf bedeutende Wirkstoffe gibt es frei verkäuflich auf dem deutschen Markt: Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Paracetamol.
Acetylsalicylsäure, kurz ASS (z.B. in Aspirin), wirkt rasch gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen.
Ibuprofen und Diclofenac wirken langsamer als ASS und haben seltener Nebenwirkungen, da sich die Wirksamkeit erst im Dünndarm entfaltet.
Naproxen unterscheidet sich durch seine lange Wirksamkeit von bis zu 15 Stunden und kann damit andere Medikamente beeinflussen.
Eine häufige Nebenwirkung dieser vier Wirkstoffe ist Sodbrennen. Bei höherer Dosierung oder längerfristiger Anwendung können Blutungen im Magen-Darm-Bereich entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Schmerzmittel als Tablette oder als Zäpfchen eingenommen werden. Entscheidend ist die Konzentration des Wirkstoffes im Blut. Salben mit diesen Wirkstoffen führen in der Regel zu weniger Problemen, da eine geringere Wirkstoffmenge ins Blut gelangt, allerdings ist auch die Wirkung geringer. Langfristig kann es bei diesen Medikamenten zu Nieren-Problemen kommen, die sich durch Schwellungen an den Knöcheln äußern können. Außerdem entstehen Gerinnungsstörungen und dadurch eine vermehrte Blutungsgefahr. Vor allem ASS verlängert die Blutgerinnungsfähigkeit und sollte deshalb eine Woche vor geplanten Operationen oder zahnmedizinischen Eingriffen abgesetzt werden.
Paracetamol eignet sich weniger gut zur Behandlung von entzündungsbedingten Schmerzen, aber es wird bei Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt. In höheren Dosen (ab 4000 mg in 24 Stunden) kann es die Leber schädigen. Paracetamol verdünnt nicht das Blut und kann auch Kindern (Achtung: Dosis nach Körpergewicht berechnen!) verabreicht werden. Bei Kopfschmerzen können alle angeführten Schmerzmittel – doch vor allem Kombinationspräparate – zu dem so genannten Schmerzmittel-Kopfschmerz führen, d.h. es treten Kopfschmerzen auf, wenn die Schmerzmittel nicht mehr eingenommen werden. Ein Teufelskreis entsteht, da der Patient alle zwei bis drei Tage ein Schmerzmittel einnehmen muss, um den Kopfschmerz zu unterdrücken. Es wird deshalb von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) geraten, selbständig Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Tage im Monat einzunehmen. Wer sich unsicher ist oder noch andere Medikamente einnehmen muss, sollte sich ärztlichen Rat einholen, um gravierende Nebenwirkungen zu vermeiden.

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