Borreliose

  • Borreliose – eine von Zecken übertragene Krankheit


    Weniger als fünf Prozent derjenigen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, erkranken an Borreliose. Die Krankheit kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, sondern nur durch Zecken, die sich bei einer vorangegangen Blutmahlzeit bei einem Waldtier mit Borrelien angesteckt haben. Dennoch ist Vorsicht geboten.
    Weg- und Feldränder, Fußwege, Gärten und Parks sind übrigens deutlich dichter von Zecken besiedelt als die meisten Wälder! Auch der Glaube, Zecken ließen sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen, konnte widerlegt werden. Wer von einer Zecke gebissen wird, verspürt keinen Schmerz. Denn das Tier gibt beim Stich eine betäubende Substanz ab, um ungestört über einen längeren Zeitraum Blut saugen zu können. Zecken stechen Erwachsene überwiegend im Bereich von Kniekehlen oder Leistenbeugen, Kinder sind wegen ihrer Körpergröße auch im Bereich des Kopfes gefährdet. Ein erhöhtes Risiko für eine Borreliose besteht, wenn die Zecke bereits längere Zeit Blut gesaugt hat. Ist dies der Fall, wirkt die Zecke prall gefüllt, hat einen glänzenden Körper. Setzen Sie beim Entfernen eine Pinzette so nah an der Haut wie irgend möglich an, quetschen Sie dabei aber nicht den Körper der Zecke. Greifen Sie den Kopf des Parasiten und ziehen sie diesen langsam und gleichmäßig von der Haut ab. Die Symptome einer Erkrankung zeigen sich in verschiedenen Zeitintervallen. Einige Tage oder wenige Wochen nach dem Zeckenbiss kann bei einer Borreliose als erstes Symptom die Wanderröte (Erythema migrans) auftauchen. Allerdings wird sie nicht immer bemerkt oder kann auch ganz fehlen. Anfangs kann die Stelle handtellergroß sein, später dehnt sie sich aus, wie ein wandernder Ring, in der Mitte meist blasser. Nach mehreren Wochen bis Monaten kann sich eine knotige Struktur bilden, vergleichbar einem Lymphknoten. Ein Arztbesuch ist vor allem im frühen Stadium und auch dann angeraten, wenn allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken oder Kopfschmerzen auftreten.
    Haben die Borrelien ein Gelenk befallen, dann schwillt das in der Regel massiv an. Oder es treten Nervenschmerzen auf. Dann handelt es sich meistens um eine Spätphase der Erkrankung. Aber Achtung: Es kommen auch viele andere Erkrankungen in Betracht, denn nicht alle hier beschriebenen Symptome sind beweisend für eine Borreliose. Deshalb, um sicher zu gehen, ob die Zecke Borrelien übertragen hat, sollte man beim Hausarzt nach etwa vier bis sechs Wochen einen Bluttest machen lassen, um bei einer frischen Erkrankung gezielt Antibiotika zu erhalten. In seltenen Fällen ist auch die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) nötig, da manchmal Blutproben allein nicht ausreichen.
    Borreliose ist in der noch frühen Erkrankungsphase mit Antibiotika gut behandelbar. In der mittleren und späten Phase gestaltet sich die Behandlung schwieriger, und in der Regel geschieht sie dann intravenös. Wichtig ist, ein gesundes Immunsystem zu haben, das heißt ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung, denn auch die Selbstheilungskräfte des Körpers sind durchaus in der Lage mit einer Borrelieninfektion fertig zu werden. Zum Schutz vor Borreliose sollte man bei Ausflügen in Wald oder Wiesen lange Hosen, langärmelige Hemden und geschlossene Schuhe tragen und am Abend den Körper nach Zecken absuchen.

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