Zwischen Zugspitze und Mieminger Kette

  • Zwischen Zugspitze und Mieminger Kette

    Langlauf im Winterparadies

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    Auf Ludwig Ganghofers Spuren bewegen wir uns bei dieser Winterwanderung durch das wildromantische Gaistal zwischen Wettersteingebirge und Mieminger Kette. Ausgangspunkt ist die Talstation der Ehrwalder Almbahn. Mit dem Zug fährt man von München nach Garmisch-Partenkirchen, steigt dort in die Außerfernbahn um und erreicht nach einer halben Stunde Ehrwald. Vom dortigen Bahnhof fährt ein Pendelbus zur Ehrwalder Almbahn. Für Autofahrer gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt sich von einem Nichtmitwanderer direkt nach Ehrwald fahren und spätnachmittags im Leutaschtal wieder abholen oder man parkt seinen Pkw am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen und verfährt weiter wie die Bahnfahrer. Konditionsstarke schnallen schon an der Talstation die Ski an und steigen neben der Skipiste gemütlich in eineinhalb Stunden zur Ehrwalder Alm (1 493 m) auf, die direkt unter dem steil aufragenden Zugspitzmassiv liegt. Wer es weniger anstrengend mag, der schwebt mit der Almbahn in einer Viertelstunde zur Bergstation. In der nahen Gaststätte empfiehlt sich eine Einkehr, um sich für die bevorstehende Wanderung über 15 Kilometer zu stärken. Wir überqueren ostwärts die Piste und erreichen kurz hinter der Gastwirtschaft Alpenglühen eine präparierte Loipe. Diese führt uns etwas steil, aber mit herrlichem Ausblick auf die Ehrwalder Alm und den Ehrwalder Talkessel, in rund einer halben Stunde auf einen breiten Sattel (1 580 m). Hier öffnet sich der Blick in das waldige Hochtal, eingerahmt links vom Wettersteinkamm und rechts von der steil aufragenden Mieminger Kette, alles Berge über 2500 m Höhe. Nach einer kurzen Abfahrt biegen wir an der Loipenkreuzung scharf links in das Gaistal ein, wo bald die präparierte Loipe endet.
    Mäßig abfallend geht es durch den stillen Winterwald über breite Lichtungen. Die Bergluft ist Balsam für die Großstädterlunge. Nach rund einer Stunde abwechslungsreicher Abfahrt erreichen wir einen geräumten Wanderweg unterhalb der Tillfußalm (1 380 m). Nur wenige Meter daneben steht das ehemalige Jagdhaus von Ludwig Ganghofer. In dieser Bergwildnis entstanden einige seiner bekannten Heimatromane. Wir fahren auf dem Weg weiter an der Gaistalalm vorbei, müssen dann etwa 15 Minuten leicht ansteigend eine Kuppe erklimmen, ehe es wieder auf breitem Fahrweg Richtung Hämmermoosalm geht. Rechts ragt die mächtige Nordflanke der Hohen Munde (2662 m) auf, während im Osten schon die Seefelder und Reither Berge grüßen. Pferdeschlitten, Rodler und Spaziergänger kündigen an, dass das Ende unserer Winterwanderung nahe ist. Zügig fahren wir weiter an einem Parkplatz vorbei bis zur Talenge der Oefen und erreichen die ersten Gehöfte des Leutaschtales (1150 m). Vom Ortsteil Klamm am Gasthaus Gaistal fahren Omnibusse zu den Bahnhöfen in Seefeld und Mittenwald. Hier fahren stündlich Züge nach Garmisch-Partenkirchen und München ab.
    Die Wanderung kann man nicht nur mit Touren-, sondern auch mit Langlaufski durchführen. Dies ist aber nur geübten Langläufern zu empfehlen, da der Großteil der Strecke nicht präpariert ist. Insgesamt ist der Skiwanderer von der Ehrwalder Alm bis ins Leutaschtal etwas mehr als drei Stunden unterwegs. Übrigens: Auch in umgekehrter Richtung ist diese Tour möglich, wegen der Steigungen aber spürbar anstrengender.
    INFO: Olympiaregion Seefeld, A-6100 Seefeld, Tel: +43 (0)5 08800, www.seefeld.com
    Tirol Info, A-6020 Innsbruck Tel. 0043/512/72 72-0, www.tirol.at

    Foto: Olympiaregion Seefeld