Patscherkofel

  • Hoch über dem Inntal

    Lehrreiche Höhenwanderung

    Unsere Frühsommertour führt ins Landschaftsschutzgebiet Patscherkofel-Zirmberg hoch über dem Inntal. Die Wanderung auf dem Zirbenweg, einem fast ebenen Naturlehrpfad in 2000 Meter Höhe, erklärt uns in eindrucksvoller Weise den Übergang von der Nadelwaldzone über den Krummholzgürtel, die ausgedehnten Zwergstrauchheiden bis hin zu den hochalpinen Moosen und Flechten. Der Weg ist breit, ungefährlich und gut ausgeschildert. An seinem Rand laden zahlreiche Ruhebänke zu Rast und Brotzeit ein. Wegen seiner mustergültigen Markierung und Pflege wurde der Zirbenweg mit dem Tiroler Bergwege-Gütesiegel ausgezeichnet.
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    Auf dem Zirbenweg
    Besonders farbenprächtig zeigt sich der Zirbenweg im Juni, wenn die Alpenrosenfelder leuchten, sowie im Herbst, wenn sich das Laub der Zwergstrauchheiden bunt färbt und im Kontrast zu den schwarzen Beeren steht. Ausgangspunkt ist die Talstation der Patscherkofelbahn in Igls, rund 5 km südöstlich von Innsbruck. Erreichbar ist sie von München aus mit dem Auto über die Inntalautobahn, Ausfahrt Innsbruck-Ost, Richtung Zentrum, dann vor dem Eisstadion links Richtung Vill/Igls. Bahnfahrer nehmen vom Hauptbahnhof Innsbruck den halbstündlich verkehrenden Bus nach Igls (Linie J) oder zuckeln gemütlich mit der Tram dorthin. (Ab Haltestelle Museumsstraße in der Nähe des Bahnhofs.)

    Herrliches Alpenpanorama
    Von Igls schweben wir mit der Seilbahn über die berühmte Olympiabobbahn auf die eindrucksvolle Kuppe des Patscherkofels (in Betrieb vom 23. Mai bis 18.Oktober). An der Bergstation (Einkehrmöglichkeit mit schöner Terrasse) empfängt uns meist ein frischer Wind und ein wundervoller Ausblick auf die Berge rundherum, etwa im Hintergrund die Stubaier Alpen mit Habicht, Zuckerhütl und dem gleißenden Sulzenauferner. Tief unten im dunstigen Blau ist der Inn zu erkennen, überragt im Norden von den mächtigen Wänden des Karwendels.
    Wir wenden uns nach Osten und spazieren oberhalb der Waldgrenze gemütlich über den Grünbichl in etwa einer Stunde zum Alpengasthof Boscheben. Wer hier nicht zur Jause stoppt, ist selber schuld, denn der Blick in den Talschluss des Viggartales mit der Kreuzspitze ist einfach grandios. Gestärkt geht es in leichtem Auf und Ab durch abwechslungsreiche Vegetation unterhalb der Viggarspitze zum Ampasser-Kessel zu Füßen der Neunerspitze. Dabei durchquert man einen der ältesten und größten Zirbenbestände Europas. Eine etwa 700 Jahre alte Zirbe wurde sogar zum Tiroler Naturdenkmal ernannt. Auf dem Weg beeindruckt immer wieder der Blick auf die mächtige Wand des Bettelwurfs und die am Fuße liegende Salzstadt Hall. Kurzweilig geht es weiter mit prächtiger Sicht auf das Inntal bis zur Tulfeinalm, einer trefflichen Einkehrmöglichkeit und zugleich das Ende des Zirbenweges. Die Glungezer-Sesselbahn (in Betrieb vom 6. Juli bis 29. September) bringt den Wanderer hinunter nach Tulfes.
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    Durch den Hochwald
    Alternativ wandert man über die durch schattigen Hochwald führende Forststraße in etwa zweieinhalb Stunden bergab. Von Tulfes fährt ein Bus jeweils um 15.15, 16.15 und 17.30 Uhr zurück nach Igls (Fahrplanänderungen vorbehalten). Die Kosten für die Bergfahrt auf den Patscherkofel betragen einfach 13,40 € (Berg- und Talfahrt: 20,60 €). Die reine Gehzeit für den Zirbenweg beträgt etwa zweieinhalb bis drei Stunden.

    Das muss mit
    Der Rucksack ist auf dieser Höhenwanderung unverzichtbar, enthält er doch Dinge, ohne die man im Gebirge nicht losziehen sollte: ein kleines Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme und Sonnenbrille, ein Fernglas, einen wärmenden Pullover (Fleecejacke), eine Kopfbedeckung sowie einen Wind- und Regenschutz. Natürlich dürfen Brotzeit und eine gefüllte Trinkflasche nicht fehlen. Zur Orientierung zu empfehlen: die Kompass-Wanderkarte Nr. 36 (Innsbruck), 1:50000.
    Eine detaillierte Wegbeschreibung steht zum Download bereit.

    Fotos: Innsbruck Tourismus