Jochberg

  • Der Jochberg – hoch über dem Kochelsee

    Gipfelglück mit super Blick

    Ausgangspunkt für diese etwas anstrengende, aber absolut lohnenswerte Wanderung ist die zwischen Kochel und Walchensee gelegene Kesselberghöhe (850 m ü.d.M.). Mit dem Auto erreicht man Kochel über Autobahn A95 und Landstraße und fährt weiter Richtung Walchensee. Unmittelbar vor und nach der Passhöhe gibt es Parkmöglichkeiten. An Wochenenden sollte man allerdings früh dran sein, um noch einen Parkplatz zu ergattern. Mit dem Zug fährt man über Tutzing nach Kochel, von dort mit dem Bus bis zur Haltestelle Kesselberghöhe.
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    Startpunkt am Pass
    Ein paar Meter südlich der Passhöhe, direkt neben einem Verkehrsschild, beginnt unsere Tour. Nach einigen Stufen führt der Weg durch prachtvollen Mischwald, kleine Lichtungen geben immer wieder den Blick auf den Herzogstand und den Verbindungsgrat zum Heimgarten frei. Der etwas steile, teilweise ausgewaschene oder wurzelige Steig erfordert Aufmerksamkeit und Trittsicherheit. Nach etwa 50 Minuten kommt man an eine wunderschöne Lichtung mit einem Brunnen. Diese lädt nicht nur wegen der bevorstehenden steilen Felsrampe zur Rast, sondern auch wegen des Tiefblicks auf den Kochelsee.

    Herrliche Blumenwiesen
    Ungefähr 20 Minuten später erreicht man eine Weggabelung und folgt dem ausgeschilderten Steig Richtung Jochberg. Nachdem zwei Viehgatter überwunden sind, öffnet sich plötzlich der Blick auf den mit Blumen übersäten Südhang des Jochbergs und die Gipfel im Osten und Süden. Über einige Serpentinen und dann auf dem Grat geht es kurzweilig bis zum Gipfel in 1 569 Meter Höhe.

    Blick auf Seen und Berge
    Dem Wanderer bietet sich nun eine faszinierende Aussicht: im Norden die wunderschöne Seenlandschaft des Alpenvorlandes bis hin nach München. An klaren Tagen sieht man sogar den Bayrischen Wald, und unten leuchtet in tiefem Blau der Kochelsee. Im Süden ein unglaubliches Gipfelmeer: von den Hohen Tauern über Rofan, Karwendelgebirge und Wetterstein bis hin zur Zugspitze. Und im Vordergrund der Walchensee, die dunklen Wälder und hellen Wiesen der Jachenau und des Isartals.
    Auf dem langen Wiesengrat in östlicher Richtung findet jeder sein Plätzchen für eine ausgedehnte Gipfelrast mit Brotzeit und Kartenstudium. Oder man steigt wieder 15 Minuten hinunter bis zum Wegweiser „Jocheralm“, folgt dem Steig Richtung Süden und kommt nach wenigen Minuten zu einer idyllisch mitten in saftigen Almwiesen gelegenen Einkehrstation. Die Almhütte bietet frische Milch, kühle Getränke und kleine Gerichte und ist in der Regel von Christi Himmelfahrt bis zum Kirchweihmontag geöffnet, Montag Ruhetag. Gestärkt beginnt der Rückweg Richtung Sachenbach mit der Aussicht auf ein kühles Bad im Walchensee. Zunächst spaziert man auf einem breiten Fahrweg Richtung Süden, überwindet dann ein Viehgatter und erreicht nach ein paar Minuten an der ersten Linkskurve den rechts abzweigenden Pfad nach Sachenbach (Schild!). Die rotweiße oder auch rote Markierung an Steinen oder Bäumen führt sicher durch herrlichen Mischwald. Nach etwa 40 Minuten gelangt man an einen quer verlaufenden Holzweg, hier ignoriert man ganz einfach die irreführenden Markierungen und geht geradeaus weiter den gut sichtbaren Steig entlang. Bald kommt man an einen Futterstadel, und nur wenige Minuten später öffnet sich der ausnehmend schöne Blick auf die grünen Wiesen und vereinzelten Gehöfte des Weilers Sachenbach.

    Baden im Bergsee
    Direkt an einer traumhaften Badebucht lädt ein Kiosk mit kleinem Biergarten zur Einkehr. Auf der etwa halbstündigen Wanderung von Sachenbach am See entlang nach Urfeld locken immer wieder kleine Kieselstrände zum Baden. Der asphaltierte Uferweg mündet schließlich in Urfeld in die Bundesstraße 11 ein, wo sich nur wenige Meter südlich die Bushaltestelle für die Rückfahrt nach Kochel befindet. Autofahrer müssen leider noch einige Kehren und Höhenmeter bis zur Passhöhe überwinden, ehe auch für sie ein herrlicher Wandertag zu Ende geht.

    INFOS:
    Diese kleine Bergtour erfordert gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und Kondition.
    Die reine Gehzeit beträgt rund 4 Stunden, der Höhenunterschied 720 Meter und die Wegstrecke bergauf und bergab etwa 8 Kilometer. Teleskopstöcke sind dazu sehr zu empfehlen.
    Zur Orientierung: Kompass-Wanderkarte Nr. 6 und Kompass-Wanderbuch Nr. 929.
    Eine detaillierte Wegbeschreibung steht zum Download bereit.

    Foto: Tourist Information Kochel a. See, Thomas Kujat